,,Es prickelt schon bei so einem Turnier„

Interview mit B-Jugend-Trainer Till Nesseler zum Deutschen Jugendpokal

Mannschaften aus der halben Republik kommen zum ESV, um den Deutschen Jugendpokal auszuspielen. Ist das für einen Trainer Routine oder kommt da auch ein bisschen Lampenfieber auf?

Till Nesseler: In die Mannschaft kommt langsam ein bisschen Aufregung rein. Aber das ist gut so, das spornt auch an. Die meisten der etwa 18 Spieler im Kader spielen das erste Mal um eine deutschlandweite Trophäe. Zudem haben wir zur Verstärkung auch fünf A-Knaben dabei, die so etwas noch nie mitgespielt haben. Natürlich ist es auch für mich als Trainer immer wieder etwas besonderes, solche Turniere zu spielen. Da prickelt es schon ganz anders als bei einem ,,normalen“ Spieltag.

Welche Erwartungen hast Du persönlich an das Turnier und welche habt ihr für die Mannschaft?

Nesseler: Es ist wichtig, dass die Mannschaft Erfahrung sammelt und Spaß an dem Turnier hat. Es gibt von mir keine Platzierungsvorgabe oder ähnliches. Ich will keinen Druck aufbauen, den macht sich die Mannschaft schon selber. Wichtig ist, dass die Jungs gegen halbwegs gleich gute Gegner spielen werden. Das bringt uns als Mannschaft voran und wir werden sicher einige gute Spiele erleben.

Hast Du auch selbst als Jugendlicher schon mal ein solches Turnier mitgespielt?

Nesseler: Ich habe schon einmal um den Pokal mitgespielt, aber zu meiner Zeit als Jugendlicher wurde der Pokal nur auf Länderebene, nicht auf Bundesebene ausgespielt. Zudem war ich als junger Trainer später in Leverkusen bei Deutschen Meisterschaften dabei. War immer alles sehr spannend!

Bei dem Turnier spielen die sogenannten Verbandsligisten. Die Oberligisten, also die Spielklasse darüber, haben ein eigenes Turnier beziehungsweise spielen um Meisterehren. Welche Unterschiede gibt es denn leistungsmäßig zwischen diesen beiden Ligen?

Nesseler: Die Oberliga zielt in den Leistungssport hinein, die Verbandsliga bedient mehr den Breitensport. Beides möchte die ESV-Hockeyabteilung unter ihrem Dach vereinen. Und für einzelne Spieler ist der Übergang je nach Leistung und Zeitbudget jederzeit möglich.

Wie erkennt man denn als Trainer, ob ein Jugendlicher eher breitensportlich interessiert ist oder auch in den Spitzensport passt?

Nesseler: Talent, Athletik, Ausdauer. Aber das Entscheidende ist am Ende meist die Einstellung und das Engagement an. Will der Jugendliche mehr machen, will er oder sie richtig trainieren? Gerade im Teenageralter, so ab 15 Jahren, entscheidet sich meist, ob man mit seinem Sport nochmal richtig durchstarten möchte oder seine Interessen lieber breiter fächert.

Und wie ist Dein Tipp, wer kommt ins Finale um den Hockeypokal?

Nesseler: Ich kenne die anderen Mannschaften nicht. Der Pokal wird ja auch zum ersten Mal ausgespielt. Generell kann ich sagen, dass Mannschaften aus dem Hamburger und dem Kölner Raum traditionell zu den stärksten gehören. Die spielen ja die Nordrunde in Bergstedt. Im süddeutschen Raum sind die Nürnberger tendenziell besonders stark, auch die Mannheimer inzwischen. Aber ich möchte keine Wette abgeben, weil es ja immer auf das Engagement der Jugendlichen in der einzelnen Mannschaft ankommt, weniger auf den Ruf des jeweiligen Verbandes oder Vereins. Auf dem Platz ist wichtig, nicht die Statistik! Sb

Article written by Simone

Hockey-Mom im besten Alter, Lust am Sport, der Gemeinschaft und dem Elternhockey, laufstark und technikschwach